Druckdaten richtig anlegen.
Eine Druckerei kann nur so gut fertigen, wie die Datei angelegt ist. Saubere Druckdaten ersparen dir Rückfragen, Korrekturschleifen und Wartezeit — und dem fertigen Produkt weiße Ränder, pixelige Bilder oder stumpfe Farben. Auf dieser Seite findest du die Grundlagen, die für fast jedes Druckprodukt gelten, vom Flyer bis zum Textildruck.
Endformat und Beschnittzugabe: 3 mm Reserve für den Schnitt
Das Endformat ist die Größe, die dein Produkt nach dem Schneiden hat — bei einer Visitenkarte zum Beispiel 85 × 55 mm. Lege deine Datei trotzdem an jeder Kante 3 mm größer an. Diesen Rand nennt man Beschnittzugabe: Hintergrundfarben und Bilder laufen dort einfach weiter. Der Grund ist mechanisch. Geschnitten wird nicht Blatt für Blatt, sondern im Stapel, und dabei verrutscht der Schnitt um Bruchteile eines Millimeters. Ohne Beschnittzugabe entsteht dann ein weißer Streifen am Rand — mit den 3 mm Reserve fällt die Toleranz nicht auf.
Sicherheitsabstand: Wichtiges gehört nicht an den Rand
Die Schneidtoleranz wirkt in beide Richtungen — der Schnitt kann auch etwas weiter innen liegen als geplant. Halte deshalb Texte, Logos und alles andere Wichtige mindestens 3 mm vom Rand des Endformats entfernt. So wird nichts angeschnitten, selbst wenn der Schnitt leicht wandert. Bei Bannern brauchst du deutlich mehr Abstand, weil an den Kanten meist noch gesäumt und geöst wird. Ein Hintergrund darf und soll bis in den Beschnitt laufen — nur Inhalte, die lesbar bleiben müssen, gehören in die sichere Zone.
Auflösung: 300 dpi im Kleinformat, weniger im Großformat
Für Flyer, Visitenkarten und Aufkleber sind 300 dpi im Endformat der übliche Standard. Ein Bild von einer Webseite hat meist nur 72 dpi und wirkt gedruckt pixelig, auch wenn es am Bildschirm gut aussieht. Großformate wie Banner brauchen dagegen weniger — oft reichen 100 bis 150 dpi. Der Grund ist der Betrachtungsabstand: Niemand steht 30 cm vor einem Banner, und aus einigen Metern Entfernung gleicht das Auge aus, was aus der Nähe grob wirkt. Wichtig zu wissen: Auflösung lässt sich nachträglich nicht erhöhen. Ein hochgerechnetes Bild wird größer, aber nicht schärfer.
Farbraum: CMYK statt RGB
Dein Bildschirm mischt Farben aus Licht — das ist RGB. Eine Druckmaschine mischt sie aus vier Druckfarben — das ist CMYK. Der RGB-Farbraum ist größer: Leuchtendes Grün, kräftiges Orange oder sattes Blau, wie du sie am Monitor siehst, lassen sich mit Druckfarben teils gar nicht darstellen. Bei der Umwandlung werden solche Töne auf die nächstliegende druckbare Farbe reduziert, und genau dadurch wirkt ein RGB-Grün im Druck plötzlich stumpf. Lege deine Datei deshalb gleich in CMYK an — dann siehst du die Verschiebung vorher am eigenen Rechner statt hinterher auf dem Papier.
Reines Schwarz für Text
Schwarz ist im Druck nicht gleich Schwarz. Text sollte in reinem Schwarz angelegt sein: 100 % Schwarz, null Anteile der anderen drei Druckfarben. Wird Schwarz stattdessen aus allen vier Farben gemischt, müssen vier Farbaufträge exakt übereinander treffen — schon eine winzige Abweichung erzeugt farbige Säume an feinen Buchstaben, und der Text wirkt unscharf. Für große schwarze Flächen ist ein Tiefschwarz mit Beimischung anderer Farben dagegen üblich, weil es satter wirkt. Die Faustregel: Flächen dürfen gemischt sein, Text nicht.
PDF/X und eingebettete Schriften
Das gängige Übergabeformat für Druckdaten ist PDF, am besten nach dem PDF/X-Standard. Dieser Standard stellt unter anderem sicher, dass alle Schriften in der Datei eingebettet sind. Das ist wichtiger, als es klingt: Fehlt eine Schrift und liegt sie in der Druckerei nicht vor, wird sie durch eine andere ersetzt — Zeilenumbrüche verrutschen und das ganze Layout verschiebt sich. Beim Export aus den gängigen Grafik- und Layoutprogrammen wählst du dafür einfach eine PDF/X-Voreinstellung. Offene Dateien aus Schreibprogrammen sind als Druckvorlage ungeeignet, weil sie auf jedem Rechner anders aussehen können.
Schnittkontur bei Aufklebern und Sonderformen
Aufkleber und andere Produkte in freier Form brauchen eine Schnittkontur: eine geschlossene Linie in der Datei, die festlegt, wo geschnitten wird. Sie liegt als eigene Ebene mit einer eigens definierten Sonderfarbe über dem Motiv und wird nicht mitgedruckt. Auch hier gilt das Beschnitt-Prinzip: Das Motiv läuft ein paar Millimeter über die Kontur hinaus, damit beim Schneiden keine weißen Ränder entstehen. Je einfacher die Form, desto sauberer das Ergebnis — sehr feine Zacken und enge Ecken sind beim Schneiden fehleranfällig. Wenn dir das zu technisch ist, reicht uns dein Motiv, und wir legen die Kontur beim Aufbereiten der Druckdaten an.
Unsicher? Schick uns, was du hast
Du musst das alles nicht selbst beherrschen. Schick uns deine Datei so, wie sie ist — wir prüfen sie, bevor irgendetwas an die Druckerei geht. Fehlender Beschnitt, falscher Farbraum, zu knappe Ränder: Vieles davon lässt sich beim Aufbereiten beheben, und wenn etwas nicht zu retten ist, sagen wir dir das vorher statt hinterher. Die Bestellung wickeln wir anschließend über unsere Partnerdruckereien ab, die Druckerei fertigt. Und wenn noch gar keine Datei existiert, gestalten wir dein Material von Grund auf — aus unserem Büro in Itzehoe, egal wo du sitzt.
Häufige Fragen
Reicht eine Datei aus dem Schreibprogramm oder ein Bild von meiner Webseite?
Als Vorlage für die Gestaltung ja, als fertige Druckdatei nein. Dokumente aus Schreibprogrammen sehen auf jedem Rechner anders aus, und Webbilder haben meist zu wenig Auflösung für den Druck. Schick uns, was du hast — wir sagen dir, ob es sich verwenden lässt oder ob wir das Motiv neu aufbauen sollten.
Meine Datei hat keine Beschnittzugabe. Ist das ein Problem?
Nicht zwingend. Hat das Motiv am Rand etwas Luft, können wir den Hintergrund beim Aufbereiten oft verlängern. Läuft ein Foto oder eine Grafik ohne Reserve bis exakt an die Kante, ist das schwieriger — dann klären wir mit dir, ob das Motiv minimal vergrößert werden kann oder eine andere Lösung nötig ist.
In welchem Format liefere ich ein Logo für Textilien am besten?
Am besten als Vektordatei, zum Beispiel PDF, EPS oder SVG. Vektoren lassen sich ohne Qualitätsverlust auf jede Größe skalieren, und die gängigen Verfahren der Textilveredelung brauchen saubere Konturen. Liegt dein Logo nur als Pixelbild vor, prüfen wir, ob es ausreicht oder ob wir es als Vektor nachbauen.
Muss ich meine Datei selbst in CMYK umwandeln?
Nein. Wenn du in CMYK arbeiten kannst, ist das ein Vorteil, weil du Farbverschiebungen früh siehst. Wenn nicht, übernehmen wir die Umwandlung beim Aufbereiten der Druckdaten und melden uns, falls sich eine Farbe dabei sichtbar verändert.
Sehe ich vor dem Druck noch einmal, was bestellt wird?
Ja. Wir stimmen die aufbereitete Fassung mit dir ab, bevor die Daten an die Druckerei gehen. Erst nach deiner Freigabe wird die Bestellung über unsere Partnerdruckereien ausgelöst.
Unsicher? Schick uns einfach, was du hast
Du musst kein Druckprofi sein. Schick uns deine Datei über die jeweilige Produktseite — zum Beispiel Flyer, Visitenkarten oder Banner — oder frag direkt über das Kontaktformular. Wir prüfen die Daten, bevor sie in den Druck gehen, und melden uns, wenn etwas nicht passt. Eine Übersicht aller Produkte findest du unter Werbematerial & Druck.